Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e.V. (VdEG) begrüßt die Position der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg in der aktuellen Debatte um die Beibehaltung der Schreibschrift an den niedersächsischen Schulen. Der Verband teilt die Einschätzung der Ministerin, dass Schülerinnen und Schüler auch künftig eine lesbare Handschrift erlernen sollen – unabhängig davon, ob dies in Druck- oder Schreibschrift geschieht.
„Wir stehen hinter den Aussagen der Ministerin, wenn sie betont, wie wichtig grundlegende Schreibkompetenz auch in einer digitalisierten Welt bleibt“, erklärt Lothar H. Fiedler, Vorsitzender des VdEG. „Eine gut lesbare Handschrift ist nicht nur Ausdruck von Bildung, sondern auch ein Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung der Feinmotorik.“
Darüber hinaus spricht sich der VdEG ebenfalls gegen ein generelles Handyverbot an weiterführenden Schulen aus. Der frühzeitige Aufbau von Medienkompetenz ist ein wichtiges Bildungsziel – dieser dürfe jedoch nicht mit der Nutzung von Smartphones gleichgesetzt werden. Vielmehr muss die angemessene Nutzung von mobilen Geräten als ein Baustein der Medienkompetenz für Schülerinnen und Schüler betrachtet und in das digitale Medienkonzept der Schulen integriert werden.
„Der Einstieg in die digitale Medienbildung darf nicht mit der Anwendung eines Mobiltelefons erfolgen. Vielmehr braucht es altersgerechte, pädagogisch begleitete Zugänge zu digitalen Lernformen, ohne dabei die Konzentration und soziale Interaktion der Kinder zu gefährden“, betont Fiedler. „Daher sollte der Fokus der aktuellen Diskussionen nicht auf ein Handyverbot, sondern vielmehr auf die Bildung von Medienkompetenzen an den Schulen gelegt werden“.
Anders als die Ministerin bejaht der VdEG jedoch ein generelles Handyverbot an den Grundschulen, da der Fokus hier weiterhin ganz klar auf den Aufbau der grundlegenden Lernfähigkeiten bei den Kindern gerichtet sein muss und nicht auf die verfrühte Nutzung von mobilen Geräten.
Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e.V. setzt sich für ein ausgewogenes Bildungsverständnis ein, das bewährte traditionelle Lerntechniken ebenso fördert wie einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien – altersgerecht, strukturiert und pädagogisch fundiert.
Lothar Holger Fiedler (Vorsitzender des VdEG), Hannover, den 02. Juni 2025
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